Jürgen Filius besucht Regenbogenschule – „Schule ohne Noten“ in Ulm-Wiblingen

Jürgen Filius (MdL) hat am 11.12.2017 die Regenbogenschule – eine von 10 Modellschulen „Schule ohne Noten“ in Baden-Württemberg – besucht.

Im Jahr 2013 war mit dem Modell gestartet worden – dieses sieht vor, dass die Kinder bis zur vierten Klasse keine Schulnoten im klassischen Sinn bekommen sondern eine detaillierte Bewertung der Leistungen vorgenommen wird. Über Gespräche mit den einzelnen Schülerinnen und Schülern werden die Stärken und Schwächen besprochen und festgelegt, wo der einzelne Schüler noch Nachholbedarf hat. Es finden auch regelmäßige Besprechungen mit den Eltern statt. Erst in der vierten Klasse werden dann erstmalig Noten vergeben.

„Die Stärke dieses Modells liegt darin, dass die Kinder viel mehr reflektieren und ganz bewußt an der Überwindung ihrer Schwächen arbeiten. Gleichzeitig erhalten sie viel Selbstbewusstsein, da sie auch ihre Stärken viel genauer wahrnehmen. Es ist nicht festzustellen, dass die Kinder schlechter lernen und sich das Übertrittverhalten geändert hat, aber die Kinder haben mehr Freude am Lernen und sind viel motivierter“, so Rektorin Ulrike Engelhardt.

Natascha Klein, Elternsprecherin der Regenbogenschule und Mitglied im Gesamtelternbeirat Ulm, sagt: „Mein drittes Kind ist aktuell noch in der Regenbogenschule und meine beiden älteren Kindern haben die Grundschule ohne Noten ebenfalls besucht. Ich habe es als sehr positiv empfunden, dass der Notendruck in der Grundschule noch nicht vorhanden ist und das Schulmodell die Möglichkeit bietet, ganz individuell die Lernfelder zu definieren.“

Vor kurzem wurde über ein Schreiben des Kultusministeriums an die Schule bekannt, dass das Modellvorhaben eingestellt werden soll, obwohl eine wissenschaftliche Evaluierung zugesagt worden war, die bislang nicht erfolgt ist.

Jürgen Filius erklärt: „Das Schulmodell „Schule ohne Noten“ ist bislang nicht wissenschaftlich evaluiert worden. Es ist aus meiner Sicht unbedingt erforderlich, hier zunächst das Modell mit einer begleitenden Evaluierung fortzusetzen, bevor entschieden werden kann, ob der Schulversuch eingestellt werden soll oder nicht. Nach meinem Eindruck spricht sehr viel für dieses Modell und ich fände es sehr schade, wenn der Lernansatz des individuellen und selbstmotivierenden Lernens nicht fortgeführt würde. Ich gehe davon aus, dass hier das letzte Wort noch nicht gesprochen ist und werde mich für eine Fortsetzung des Modells stark machen.“

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